{"id":1038,"date":"2022-12-15T14:52:18","date_gmt":"2022-12-15T13:52:18","guid":{"rendered":"https:\/\/h2843537.stratoserver.net\/?p=1038"},"modified":"2023-07-25T18:31:53","modified_gmt":"2023-07-25T16:31:53","slug":"aufweichung-des-atomausstiegs-befuerchtet","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.gruene-hadamar-dornburg.de\/index.php\/2022\/12\/15\/aufweichung-des-atomausstiegs-befuerchtet\/","title":{"rendered":"Aufweichung des Atomausstiegs bef\u00fcrchtet"},"content":{"rendered":"\n<div class=\"wp-block-columns is-layout-flex wp-container-core-columns-is-layout-9d6595d7 wp-block-columns-is-layout-flex\">\n<div class=\"wp-block-column is-layout-flow wp-block-column-is-layout-flow\" style=\"flex-basis:100%\">\n<div class=\"wp-block-media-text alignwide is-stacked-on-mobile is-vertically-aligned-top\" style=\"grid-template-columns:55% auto\"><figure class=\"wp-block-media-text__media\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" width=\"352\" height=\"325\" src=\"https:\/\/h2843537.stratoserver.net\/wp-content\/uploads\/2023\/05\/image.png\" alt=\"\" class=\"wp-image-1039 size-full\"\/><\/figure><div class=\"wp-block-media-text__content\">\n<p><\/p>\n<\/div><\/div>\n<\/div>\n<\/div>\n\n\n\n<p>Wie&nbsp;ist die letzte \u00c4nderung des Atomgesetztes zu bewerten? Welche Gefahren birgt die Laufzeitverl\u00e4ngerung bis zum 15. April? Was sollten wir aus den Erkenntnissen zur Sicherheit der franz\u00f6sischen AKWs lernen?<\/p>\n\n\n\n<p class=\"has-text-align-left\">Diese Fragen standen bei der j\u00fcngsten \u201eGr\u00fcnen Dienstagsgesellschaft\u201c im Hadamarer Rathaus-Caf\u00e9 im Mittelpunkt. Redner waren der Frankfurter Physiker Detlef zum Winkel sowie Winfried Jankowski aus Hangenmeiligen, der sich in den 1980er Jahren in der Anti-AKW-Bewegung und im Widerstand gegen eine Wiederaufbereitungsanlage f\u00fcr atomare Brennelemente im Raum Merenberg stark gemacht hatte.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eWer heute sagt, es k\u00e4me doch nicht darauf an, ob die letzten drei Kernkraftwerke ein paar Monate l\u00e4nger in<\/p>\n\n\n\n<p>Betrieb bleiben, verkennt das Wesen dieser Angelegenheit\u201c, findet Detlef zum Winkel. Denn bei einer solchen Hochrisikotechnologie k\u00e4me es auf jede Schraube, jedes Ventil, jede Pumpe und jedes noch so nebens\u00e4chlich erscheinendes Teil an. Wenn man da schludere, erh\u00f6he sich die Wahrscheinlichkeit eines GAUs.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eSpielt denn das Bestreben nach einer Sicherheitskultur in Deutschland keine Rolle mehr?\u201c, fragte er in den Raum und erkl\u00e4rte, dass die Brennelemente nur eine Lebensdauer von drei Jahren h\u00e4tten. Deshalb tausche man bei der j\u00e4hrlichen Wartung immer ein Drittel von ihnen aus. Nun, in der Endphase der AKWs, sind nat\u00fcrlich alle Brennst\u00e4be so bestellt worden, dass sie zum 31.12. quasi verbraucht sind.<\/p>\n\n\n\n<p>\u201eMan hat also den Tank bereits leergefahren und hofft, dass im Reservekanister noch was drin ist\u201c, verdeutlichte der Wissenschaftler. Daf\u00fcr m\u00fcssten nun die Brennelemente innerhalb des Reaktors umgruppiert werden. Doch dies sei ein Experiment, von dem keine wisse, ob es funktioniert. So habe man in dem stillgelegten AKW Brokdorf beim Herausziehen der verbrauchten Brennelemente festgestellt, dass die metallischen W\u00e4nde so d\u00fcnn geworden sind, dass die sich verbogen hatten. Was, wenn das bei ISAR II auch der Fall ist?<\/p>\n\n\n\n<p>Ein Risiko erkennt der Physiker auch beim AKW Neckarwestheim aufgrund des hohen Verschlei\u00dfes der R\u00f6hren im<\/p>\n\n\n\n<p>Dampfdruckerzeuger. Statt das ganze System zu tauschen, seien die defekten R\u00f6hren im Anbetracht des nahen Laufzeitendes einfach abgeklemmt worden. \u201eDa wurde schon lange improvisiert und das wird nun verl\u00e4ngert\u201c, monierte der Fachmann.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu bedenken gab er auch, dass in Frankreich bei jedem zweiten AKW M\u00e4ngel festgestellt wurden, und auch belgische Kernkraftwerke verschlei\u00dfbedingte Sicherheitsprobleme haben. Da sei es doch naheliegend, dass wir mit den gleichen Fakten zu tun haben.<\/p>\n\n\n\n<p>Die gro\u00dfe Sorge des Physikers ist, dass die aktuelle Aufweichung des Atomausstiegs die Opposition in Berlin dazu provozieren k\u00f6nnte, einen Weiterlauf der AKWs bis 2026 zu fordern. \u201eDabei sind doch durch unser aller Widerstand die W\u00fcrfel gefallen\u201c, wandte er sich an die Anwesenden.<\/p>\n\n\n\n<p>Zu den Widerst\u00e4ndlern der fr\u00fchen Anti-AKW-Bewegung geh\u00f6rt auch Winfried Jankowski aus Hangenmeilingen. Der 83-J\u00e4hrige erinnerte an 1981 bekanntgewordene Pl\u00e4ne f\u00fcr eine 100 Hektar gro\u00dfe Wiederaufbereitungsanlage f\u00fcr atomare Brennst\u00e4be im Raum Merenberg. Daraufhin seien \u00fcberall B\u00fcrgerinitiativen aus dem Boden geschossen. Bei einer Versammlung im B\u00fcrgerhaus Hangenmeiligen h\u00e4tte seinerzeit auch der Physiker Lothar Hahn, Enkel des legend\u00e4ren Otto Hahn, gesprochen. In all den Diskussionen und Gespr\u00e4chen h\u00e4tten Gesundheitsgefahren, die von den in die Umwelt gelangten radioaktiven Stoffen ausgehen k\u00f6nnen, eine gro\u00dfe Rolle gespielt. \u201eDoch von den Betreibern wurde das Risiko,stets bagatellisiert und in den vom damaligen Landrat herausgegeben Infos verharmlost\u201c, so Jankowski. So habe er sich seinerzeit entschieden, in die Gr\u00fcnen einzutreten, um sich selbst politisch zu engagieren, und wurde bald darauf f\u00fcr seine Partei in den Kreisausschuss entsandt. Heute ist der ehemalige Schulleiter das \u00e4lteste Mitglied im Ortsverband.<\/p>\n\n\n\n<p>(Kerstin Kaminsky)<\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Wie&nbsp;ist die letzte \u00c4nderung des Atomgesetztes zu bewerten? Welche Gefahren birgt die Laufzeitverl\u00e4ngerung bis zum 15. April? Was sollten wir aus den Erkenntnissen zur Sicherheit der franz\u00f6sischen AKWs lernen? 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