Die verkümmerten Pläne der Dorferneuerung

Leserbrief vom 08.03.2021

Bürgermeister Ruoff weist alle Anschuldigungen bezüglich der Verhinderung der Dorferneuerung in Steinbach von sich. Das ist leider nichts Neues. Er versteckt sich hinter Magistratsentscheidungen, HFA-Beschlüssen und der WI-Bank. Gefehlt hat dem 20-köpfigen Arbeitskreis jedoch die Rückendeckung durch den Bürgermeister und die „Hadamarer Politik“ - ganz einfach und ganz bitter!


Jahrelanges Erarbeiten von Ideen und Konzepten und die breite Unterstützung der Steinbacher Bevölkerung mündete in Förderzusagen und hat Spaß und Freude gemacht. Freude, weil wir uns gemeinsam, für nachhaltige Dorfentwicklung eingesetzt haben.


Die Widerstände aus der Politik, u.a. ein von Herrn Ruoff zugerauntes „Dann reißen wir das alte Haus ab und bauen wir eben eine Toilette auf den Platz, dann können Sie hier schöne Dorffeste feiern“, haben viel Energie gekostet und am Ende auch ordentlich viel Vertrauen in die Stadtpolitik. Die sich für die Gemeinschaft engagierenden Menschen wurden hier nicht unterstützt, sondern wo immer möglich gebremst und gehindert!


Laut Herrn Ruoff scheiterte der Abschluss des Kaufvertrags für das „Kulturhaus mit Dorfplatz“ letztendlich an der juristisch nicht durchsetzbaren Forderung nach lebenslanger Haftung des vorherigen Grundstücksbesitzers – trotz vorliegender Experten-Gutachten, dass keine Altlasten vorlägen! Bei einer Förderquote von 75% hätte die Stadt nicht 600.000 € sondern max. 150.000 € für das Kulturhaus mit Dorfplatz ausgeben müssen. Diese Kosten waren bereits im Finanz-Haushalt eingestellt. Dem dann schnell einspringenden Immobilien-Investor hat das Gutachten ausgereicht. Innerhalb kürzester Zeit entstanden dort 2 Wohnhäuser mit acht attraktiven Wohnungen.


Vor der Dorferneuerung hatte Steinbach einen Jugendraum, danach nicht mehr, weil dieser im Kulturhaus entstehen sollte. Der Magistrat hatte den Vertrag mit der Kirchengemeinde zwischenzeitlich gekündigt.


Als Bürgermeister hatten wir von Herrn Ruoff deutlich mehr erwartet, aber wurden zutiefst enttäuscht. Das ganze Dilemma ist nachzulesen im offenen Brief von Gerd Reitz (Steinbacher und ehemaliger BM von Bad Camberg).

Anke Föh-Harshman
Christof Mohr