Grüne wollen wachsen, wie die hübsche Linda

(Quelle: Bild und Text mit freundlicher Genehmigung Frau Anken-Bohnhorst, NNP, vom 03.07.2020 und Herrn Heidersdorf)

 

Sabine Hirler ist Vorsitzende der Grünen,

in Hadamar und Dornburg.

Ein Jahr nach Gründung des Ortsverbands haben die Grünen eine Linde, namens Linda gepflanzt.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Linda ist widerstandsfähig, kann sich anpassen und sieht gut aus. Und sie ist jung. So wie der Ortsverband von Bündnis 90/Die Grünen, der ein Jahr nach seiner Gründung den Grünstreifen am Bahnhof von Hadamar mit einer frisch gepflanzten Winterlinde namens Linda aufhübschen will. Sowohl der Ortsverband als auch der Baum müssen Wurzelwerk entwickeln, um an Stabilität zu gewinnen. Die Linde soll zu Stattlichkeit heranwachsen, soll die Natur bereichern und schützen, und sie soll wie jede Dorflinde gemütlich sein, sagt Sabine Hirler, Vorsitzende des Ortsverbands von Bündnis 90/Die Grünen.
Ihre Partei will sich ebenfalls weiter entfalten. Das muss sie auch, denn der Ortsverband nennt zwar Hadamar und Dornburg als Einheit. Tatsächlich aber stehen einem guten Dutzend Grüne aus Hadamar allein ein grünes Mitglied aus Dornburg zur Seite. Dennoch: In rund neun Monaten sind Kommunalwahlen. Dann wollen die Grünen in die Parlamente einziehen. Darauf bereiten sie sich vor, sagt Hirler und lädt zu einem kleinen Stadtgang - durch Hadamar.
Also zurück zu Linda, von der aus man den Blick schweifen lassen kann zu dem wundervollen Barockschloss, aber eben auch zu dem in die Jahre gekommenen Bahnhofsgebäude, zum eingerüsteten Konvikt und zu einem Gelände, auf dem demnächst ein weiterer Discounter entstehen soll. Alles für sich wären Baustellen, die die Grünen bearbeiten wollen. Doch zunächst soll es um die Kernstadt gehen, deren Bausubstanz nicht nur erhalten, sondern aufpoliert werden soll, sagt Hirler.
Zum Beispiel in der Borngasse 42, jenem Eckhaus, das bessere Zeiten gesehen hat. Dabei habe sich im Keller dieses Hauses bis zu Beginn des 20. Jahrhunderts die Fürst-Johann-Ludwig-Heilquelle befunden, zitiert Sabine Hirler aus einem Geschichtsbuch. Die Wiederbelebung der Quelle sei jedoch 1929 gescheitert. Ein Jammer, findet die Vorsitzende der Grünen. Aber möglicherweise auch eine Chance. Denn an dieser Immobilie lasse sich zeigen, was in der Kernstadt entstehen könnte, wenn der Veränderungsbeschluss des Magistrats überdacht und überarbeitet würde. Zum Beispiel könnte hier eine Brauerei für Craftbier angesiedelt werden, schlägt sie vor und spaziert weiter Richtung Krämergasse.


Tempo 30 in allen Stadtteilen


Grundsätzlich aber beweise gerade die Inhomogenität der Bürger im Quartier um die Born- und Brückengasse, wie wichtig eine unabhängige Stadtentwicklungsgesellschaft oder eine sozialgenossenschaftliche Struktur sei. Schließlich wolle man junge Familien für die Altstadt gewinnen. Dafür müsste auch das kulturelle Angebot erweitert werden, etwa mit einem ganzjährigen Programmkino, sagt Sabine Hirler. Verbessert werden müsste nach ihrer Überzeugung auch das Betreuungsangebot für Kinder. Einige begrünte Flächen, ein Spielplatz wie am Neumarkt reiche da nicht. Ein paar Geschwindigkeitsbegrenzungen in den Gassen hinter dem Gesundheitszentrum St. Anna auch nicht. "Wir wollen schrittweise die Höchstgeschwindigkeit von 30 Kilometern pro Stunde im gesamten bewohnten Stadtgebiet einführen", sagt die Grünen-Vorsitzende Hirler. Auch in den Stadtteilen.


Mehr Rad- und Wanderwege


Für die soll ebenso wie für die Kernstadt zudem ein "zukunftsorientiertes Tourismuskonzept" erarbeitet und umgesetzt werden mit mehr Rad- und Wanderwegen, mit Ferienwohnungen und preisgünstigen Unterkünften etwa im ehemaligen Konvikt und mit der Einführung eines Kultursommers, einer Weiterentwicklung von Stadtfesten und Kirmes in Schlossnähe. Ergänzt werden soll dieses Veranstaltungsprogramm mit digitaler Infrastruktur, schreiben die Grünen im Ortsverband Hadamar-Dornburg. "Ein hervorragender Ausbau der baulichen und digitalen Rahmenbedingungen ist für viele Einwohner von existenzieller Bedeutung." Die Möglichkeiten hierzu biete das Förderprojekt "Digitale Dorflinde - WLAN-Förderung für hessische Kommunen". Es entstünde gewissermaßen eine digitale Linda.
Hauptsache, die Bürger werden in die Entscheidungen mit eingebunden. Das muss das Ziel sein, sagt Sabine Hirler und staunt über das Wachstum des jüngsten Grünen-Mitglieds Linda.

(Quelle: Siehe oben)