Naturschutz spielt in Dornburg keine große Rolle

So der Eindruck der Beteiligten, anlässlich eines Gesprächs mit Dornburger Bürgern am 28.08.2019 im DGH Frickhofen.

 

Bürgermeister Andreas Höfner (CDU) nahm sich wohl wegen der Brisanz des Themas selbst Zeit. Denn er hat es selbst zu verantworten, dass wegen eines geplanten Naturfriedhofs in Frickhofen eine vorgesehene Fläche radikal gefällt wurde.

Und dabei hat Bürgermeister Höfner gegen bestehendes Recht und Gesetz verstoßen.

Denn im Bebauungsplan 29 zum Flurstück 93/Fläche 4220 qm ist vermerkt, dass die vorhandenen erhaltenswerten Solitärbäume und Bäume die durch Pflegemaßnahmen erhalten werden könnten, nicht gefällt werden sollen.

 

Bündnis 90/Die GRÜNEN wurden an diesem Abend durch Sabine Hirler (1. Vorsitzende), Christoph Speier (Stellvertreter) und GRÜNEN Mitglied Bernd Scholz vertreten.

 

Christoph Speier bemängelte weitere Verstöße gegen den Naturschutz in Dornburg, die billigenden gegen geltendes Recht in Kauf genommen werden. So würden ca. 20 km öffentliche Feldwegränder, die vom Gesetzgeber für den Natur- und Artenschutz eingeplant sind einfach untergepflügt und von den ortsansässigen Landwirten privat genutzt.

Dadurch gehen der Gemeinde Dornburg für den Naturschutz mehrere Hektar landwirtschaftliche Ausgleichsfläche verloren.

Speier betont, dass der Schaden, insbesondere bzgl. der widerrechtlichen Abholzung des Naturfriedhofes nun einmal geschehen ist. Es stellt sich die Frage der Wiedergutmachung.

So schlug Christoph Speier vor, dies selbst zu erkennen. Eine Art Selbstanzeige vorzunehmen. Sich zu überlegen, eine Art privaten Ausgleichs für die Abholzung des Geländes vorzunehmen. Schließlich würden der Gemeinde dadurch höhere Kosten entstehen.

Eine weitere Möglichkeit sei die Aufforstung eines zusätzlichen Hektars Waldgebiet mir der qualitativ hochwertigen Eiche.

 

Bürgermeister Andreas Höfner war soweit einsichtig, dass er zugesteht, dass vermutlich der eine oder andere Baum hätte erhalten werden können, glaubt aber das die vereinzelten Bäume den neuen Windverhältnissen nicht standgehalten hätten.

Auf die widerrechtliche Nutzung der landwirtschaftlichen Ausgleichsflächen ging er gar nicht ein. Für die Wiederaufforstung des Naturfriedhofs, wie das Entstehen einer Andachtsstätte, so Höfner, seien im Haushalt 20.000€ eingeplant.

 

Ein wenig anstößig ist auch die Verwertung des Holzes. Eine Art freundschaftliches Vorgehen unter Parteikollegen. Bürgermeister Höfner (CDU) sprach sich mit dem Ortsvorsteher von Frickhofen Frank Lucchesi (CDU) ab. Lucchesi fällt die Bäume und erhält dafür gleichzeitig die Erträge der holzwirtschaftlichen Vermarktung.

Es wurde weder eine Aufstellung der der zu erwartenden Kosten für die Baumfällung, noch des zu erwartenden Holzertrages gemacht. Auch von einer öffentlichen Ausschreibung der Holzfällarbeiten wurde abgesehen. Das ist ein recht unübliches Vorgehen und wirft sogar einige Fragen auf.

 

Bernd Scholz machte einen weiteren Vorschlag zur Kompensation des entstandenen Schadens.

So erklärte er, dass im Gegensatz zu einem forstwirtschaftlich genutzten Wald ein ursprünglicher, unbewirtschafteter Mischwald dreimal soviel CO2 speichern würde. Gleiches gelte übrigens für einen naturnah bewirtschafteten Mischwald. Das ist ein Wald, der sich im Grunde selbst überlassen würde, dennoch forstwirtschaftlich durch vereinzelte holzwirtschaftliche Maßnahmen genutzt wird. Dieses Verfahren hat bundesweit unter dem Titel „Lübecker Modell“ Anerkennung erhalten.

Die Gemeinde Dornburg solle sich doch überlegen Waldflächen in diesem Sinne neu zu nutzen. Dies sei auch wirtschaftlich sinnvoll. Durch die hohen Schäden am Holz, müssen derzeit sehr große Flächen gefällt werden. Der Preis auf den Holzmärkten ist eingebrochen. Wegen des hohen Holzangebotes wird es unter hohen CO2 Aufwand per Schiff zu einem Dumpingpreis nach China verschifft, die dort einen Ersatz für ihre Eukalyptusbäume suchen.

Gleichzeitig steigt der Preis für Setzlinge immer mehr an. Holzwirtschaft in den Kommunen wird in Zukunft ein Minus Geschäft sein. Es wird Jahre ohne Erträge geben. Da macht es Sinn sich zu überlegen, die Kosten für den forstwirtschaftlichen Einsatz herunterzufahren.

Zudem strebt das Land Hessen an, die naturnahe Bewirtschaftung von derzeit 3,5% der Flächen auf 10% anzuheben. Es werden deshalb sogar Ausgleichzahlungen für eine urwäldliche Nutzung durch das Land zur Verfügung gestellt. Ein Wechsel macht also doppelt Sinn.

 

Anwesende Mitglieder der CDU konnten sich mit einem so unordentlichen Wald nicht anfreunden.

Harsche Wortgefechte unterschiedlicher Meinung Anwesender, versuchte die GRÜNE Gesprächsführung zu beruhigen und zu schlichten.

Sabine Hirler schlug zum Abschluss eine Moderation durch den Fachdienst des Kreises und eine Art Bürgerversammlung zum Thema Naturfriedhof vor.

 

Naturschutz braucht in Dornburg eindeutig mehr Verständnis und mehr Raum.

Interessierte für die Kommunalwahl 2021, egal welchen Alters sind deshalb dazu aufgefordert etwas politisch zu verändern und bei den GRÜNEN in Dornburg mitzuarbeiten.

Die GRÜNEN befinden sich in der nächsten Zeit in einer "Zukunftswerkstatt", zur Erarbeitung ihrer politischen Ziele in Hadamar und Dornburg.

 

Wir sollten nicht nur auf Waldbrände in Brasilien zeigen!

Lassen Sie uns den Naturschutz vor unserer Haustür zu einem wichtigen, erstrebenswerten Ziel machen.

Weitere INFO´s unter www.gruene-hadamar-dornburg.de

Hier geht es zum 12 Punkte Plan des Landes Hessen, zum Schutz des heimischen Waldes.

 

Hier geht es zum "HR-INFO Podcast" zu "Klimaopfer hessischer Wald" vom 06.09.2019.

 

Hier geht es zum DOWNLOAD des Fraktionsbeschlusses der hessischen GRÜNEN vom 09.05.2019 zur "Waldkrise" in Folge des Klimawandels.

 

bs/29082019